Endlich bin ich dazu gekommen, die Zeche Zollern erneut zu besichtigen! Bereits 2013 hatte ich mal ein Foto vom beeindruckenden Portal gepostet, diesmal habe ich mir etwas mehr Zeit genommen, um alles in Ruhe zu fotografieren.
Geschichte
Das stillgelegte Steinkohlebergwerk entstand 1898 bis 1904 und gehört zu den schönsten Industriebauten Deutschlands. Die im Wesentlichen historistische Anlage wurde vom Architekten Paul Knobbe (1867-1956) entworfen. Er verzierte die Fassaden mit beeindruckenden neugotischen Staffelgiebeln und gestaltete eine dreiflügelige Anlage, die eher an ein Schloss als an ein Industriegelände erinnert. Die damaligen konkurrierenden Bergbaugesellschaften wollten ihre Führungsposition, ihren Erfolg und ihre Macht durch besonders herausragende Zechen-Architektur demonstrieren. Die roten Ziegelsteine erinnern an die norddeutsche Backsteingotik.

Maschinenhalle mit Jugendstil-Portal


Die Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf im Jahr 1902 spielte eine entscheidende Rolle dabei, dass wir heute dieses wunderschöne und einzigartige Jugendstil-Portal bestaunen können. Denn dort wurde ein spektakulärer Ausstellungspavillon der Gutehoffnungshütte (GHH, Oberhausen) aus Stahl und Glas gezeigt – damals das Modernste vom Modernen. Die Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) ließ sich dadurch inspirieren und schuf mit Hilfe des hinzugezogenen Architekten Bruno Möhring (1863-1924) anstelle eines Massivbaus eine Eisenfachwerk-Konstruktion mit dazugehörigem Jugendstil-Dekor (ähnlich dem Pavillon der GHH). Ein Modell davon kann man vor Ort betrachten (siehe Foto). Der Hauptteil wurde übrigens damals nach Mexiko verschifft und steht dort immer noch als Museo Universiatario del Chopo.

Fotos der Maschinenhalle



Ein Traum für alle Geometrie-Liebhaberinnen und Liebhaber…








Weitere Jugendstil-Details





Zum Schluss noch ein paar Fotos vom restlichen Zechengelände…



Man kann übrigens in der Lohnhalle oder in der Alten Verwaltung in tollem Industriekulissen-Ambiente heiraten! 😉 Darüber hinaus informieren verschiedene Dauerausstellungen über Arbeit und Leben der Bergleute. Eines der beiden Fördergerüste ist zurzeit begehbar. In der Alten Werkstatt werden Sonderausstellungen gezeigt. Momentan läuft die Ausstellung „Ich bin kolonial – Westfalens (un)sichtbares Erbe“, worum es im nächsten Blogartikel gehen soll. Ein Besuch dieser Zeche ist wirklich empfehlenswert. Sie befindet sich im Nordwesten von Dortmund (Stadtteil Bövinghausen), Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Die dazugehörige Zechensiedlung für die Mitarbeitenden, die Kolonie Landwehr, ist ebenfalls sehenswert.


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