Kann Kunst Trost spenden oder gar heilen? Diese Frage kann wohl jeder nur für sich selbst beantworten. Ich persönlich durfte am vergangenen Sonntag durch das Betrachten von Skulpturen eine Art Befriedung meines gestressten Zustandes erleben.

Aber von vorne. Wer Tiere hat, kennt das: Eine alte, sich langsam dem Lebensende nähernde Katze zu haben, ist nicht immer ganz einfach. Die letzten Monate waren geprägt durch ständige Tierarztbesuche und Auf und Abs ihres gesundheitlichen Zustandes. Meine üblichen verlässlichen Trost- und Energiespender musste ich daher teilweise absagen. Dazu die aktuelle Weltlage…
Doch Grumpy Hubby wäre nicht Grumpy Hubby, wenn er nicht bemerken würde, was vor sich geht. Er wollte mir etwas Gutes tun und schickte mich in eine Ausstellung, während er zuhause „Wache hielt“. Was für eine tolle Idee!

Schon der Anblick der riesigen Skulptur „Flora“ draußen vor der Küppersmühle am Duisburger Innenhafen stimmt auf das ein, was einen drinnen in der umgebauten ehemaligen Getreidemühle erwartet: rätselhafte, Frieden und Ruhe ausstrahlende Köpfe mit geschlossenen Augen. Viel erklärt wird dazu nicht, aber einer der Texte des 1955 in Barcelona geborenen Künstlers gibt wieder, was man innerlich spürt: „Mein Anliegen ist, Schönheit in den Alltag der Menschen zu bringen, als Akt des Friedens in einer Welt wie der unsrigen heute, herausgefordert durch Gewalt und Zerstörung, verwüstet durch den Krieg.“
Es wirkt entspannend, sich die nach innen gerichteten Frauenköpfe anzuschauen. Man wird erinnert an etwas, was mit unserer aktuellen Welt nichts zu tun hat. Oder wie Jaume Plensa sagt: „Meine Arbeit will immer Brücken bauen, Fragen stellen, Schönheit in den Alltag der Menschen bringen; Verbindungen zwischen den Menschen schaffen, ohne dass Hautfarbe, Ideologie, Religion oder Geographie eine Rolle spielen.“


Meine Eindrücke in der Ausstellung ähneln den Gedanken und Gefühlen, die ich bei einem Urlaub in Japan hatte, was vielleicht kein Zufall ist, hat dieser nach innen gekehrte Blick ja auch etwas von Meditation. Aber mehr noch erinnert es mich an die zurückhaltende, vorsichtige und leise Art des Umgangs der Menschen dort miteinander. Etwas, das mir sehr gut gefallen hat.

Auch die anderen Kunstwerke Plensas – begehbare Skulpturen und Papierarbeiten welche die Dualität unseres Daseins darstellen – hinterlassen einen bleibenden Eindruck bei mir. Ich verlasse die Ausstellung mit einem Gefühl tiefen Friedens und gelöster Freude. Ein Besuch ist wirklich absolut empfehlenswert!




Info
- Jaume Plensa in der Küppersmühle (Webseite Museum Küppersmühle)


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